Am Dienstag war es soweit: wir trafen uns, um die 6 neuen und größeren PV-Module auf das Gestell der alten PV Anlage aus dem Jahr 1996 zu installieren.

War der Abbau der alten Module eine fusselige Aufgabe mit vielen Schrauben an schlecht zugänglichen Stellen, so sollte der Aufbau nun viel einfacher sein, versprach unser betreuender Energieberater, Herr Myslik.

Erste Aufgabe war es die Module vom Keller zum Gestell auf dem Dach zu bringen. Einfachste Art wäre gewesen, jedes Modul mit vier Leuten Treppen hoch und aussenrum hinzutragen.
Herr Myslik sagte, dass es auch um Effizienz geht und daher sollten die Gruppe nachdenken. Raus kam eine Sackkarre, der Fahrstuhl und der Weg über das Förderzimmer im 1.Stock. Damit hatten wir mit vier Personen die Module in nur 20 Minuten an Ort und Stelle.

Dann ging es Ruckzuck: die drei unteren Module auf das Gestell, von oben jedes Modul mit den Modulklemmen an vier Stellen befestigen und gleich zum Nächsten. Danach in gleicher Weise die obere Reihe. So waren wir auch hier trotz grundsätzlicher Erklärungen in die Funktion in weniger als einer halben Stunde fertig.

Der gesamte Aufbau hat somit keine Stunde gedauert.


Als nächstes bauen wir den Kasten für den Elektroanschuss auf und dann kann wieder eingeschaltet werden.

Weiterverwendung für gebrauchte, aber noch funktionsfähige Solarmodule, die kostenfrei in Deutschland anfallen können.
(Damit ist kein Elektroschrott gemeint!!)

Diese würden als sinnvolle, weil funktionierende Spende eine bisher stromlose Unterkunft abseits der Stromnetze mit einem Mindestmaß an Elektrizität versorgen kann.

Diese Elektrizität  kann zur Beleuchtung statt der giftigen Parafinlampen, für Radio evtl. Fernsehen oder zum Laden von Handys genutzt werden.

Die alte PV Anlage aus dem Jahr 1996 lieferte keinen Strom mehr. Woran lag das?.

Für unsere Einspeisung in das Stromnetz brauchen wir hohe Spannungen. Am Ende sorgt der Wechselrichter im NW Bereich dafür. Damit dieser nicht „alles machen muss“, werden die 20 Module so verschaltet, dass bereits höhere Spannungen entstehen. Der Nachteil ist, wenn nur ein Modul defekt ist, fällt der ganze Strang aus. Also nutzen die in diesem Falle vier anderen Module auch nichts mehr.

Wir haben uns entschlossen die Anlage wieder „fit“ zu machen. Dazu hätten wir nur die fünf (es waren mehr) defekten Module gegen neue tauschen müssen. Aber die Module der alten PV Anlage sind von 1996 und werden schon lange nicht mehr hergestellt. Uns blieb also garnichts anderes übrig als alle Module zu ersetzen bzw. den Solargenerator, so heißen die Module zusammengenommen, insgesamt neu zu planen.

Doch was ist mit den (theoretisch) vier heilen Modulen? Diese könnten in Inselanlagen, also ohne Stromnetzanbindung, noch gute Dienste leisten.

Das wollen wir mit unsere Partnerschule in PE weiter entwickeln.

Nutzbar oder Elektroschrott?

Zuerst war es aber wichtig, welche Module denn nun defekt und welche noch in Ordnung sind. Darüber entscheidet sich die Weiternutzung oder der Transport zu einer Recyclingstelle. In den Modulen befinden sich schließlich wertvolle Rohstoffe wie Silizium, Gold und Zinn.

Das haben wir mit Messgeräten auf dem Schulhof geprüft. Zuerst wurde gemessen, ob das Modul noch Spannung erzeugt. Danach haben wir den Kurzschlussstrom gemessen und zum Ende die maximale Leistung. Das beste Modul brachte noch 20W. Damit ist keines der ehemaligen 50W Module zur Weiternutzung geeignet. Aber wir konnten den Vorgang entwickeln und in Zukunft einsetzen.

Wir werden das Projekt auch bei Entwicklungstag der hoffentlich interessierten Öffentlichkeit vorstellen.