Es hat wieder geklappt. Drei Lehrer aus Schulen in Port Elizabeth (Republik Südafrika) sind seit Ostern in Deutschland. Wir, die betreuenden Lehrer des Projektes, haben sie in Frankfurt abgeholt, um ihnen auch etwas von Deutschland zu zeigen.

Unser Schwerpunkt lag dabei auf der gesellschaftlichen Entwicklung, die in Süfafrika seit der Apartheit ein stetiger Prozess ist, und natürlich stand der Bereich der Erneuerbaren Energie damit verbunden im Fokus.

Ostern haben wir unseren Gästen Frankfurt gezeigt. Mit Paulskirche als Ort des ersten demokratischen deutschen Bürgerparlaments und dem Römer als Ausdruck der kommunalen Selbstverwaltung konnten wir an zwei Symbolen der deutschen Gesellschaftsentwicklung viel diskutieren. Dankenswerter Weise hat der ehemalige Schulleiter der Helene-Lange-Schule, Ulli Steinbrink, dabei die Leitung übernommen.

Der stellvertretende Schulleiter der Gelvandale High School in Port Elizabeth, Südafrika Mr. Mervin Blaauw beim ersten Spatenstich für ein Windrad

Die Arbeitsgemeinschaft “Partnerschaft schafft Energie – partnership creates power” realisiert mit dieser Grundsteinlegung eines ihrer zentralen Projektziele. Dank der großzügigen finanziellen Unterstützung der Niedersächsischen Bingo Umweltstiftung und der südafrikanischen Firma Everready wird auf dem Schulhof unserer südafrikanischen Partnerschule Gelvandale High in Port Elizabeth ein kombiniertes Wind- und Solarkraftwerk installiert. Das Kraftwerk wird durchschnittlich 10 kWh pro Tag erzeugen und damit den typischen Energiebedarf einer Familien bereitstellen. Wir erwarten 6 unserer südafrikanischen Kollegen nach den Osterferien zu einem Besuch an unserer Schule und freuen uns auf weitere Berichte über den Baufortschritt.

Im Rahmen des zwischenzeitlich regelmäßig stattfindenden Afrikatages der Stadt Oldenburg stellen Projekte, Vereine und Gruppen ihre Arbeit der Öffentlichkeit vor. Wir nutzen diese Gelegenheit schon zum zweiten Mal und präsentierten das Projekt “Partnerschaft schafft Energie”. Bei afrikanischen Temperaturen betrieben wir eine Informationsstand, führten Gespräche mit Passanten, tauschten Erfahrungen über Südafrika aus und verkauften unsere selbst gemachten Samosas.

Am Donnerstag, den 12. Juni 2014, haben wir von der Arbeitsgemeinschaft „Partnerschaft schafft Energie“ Herrn Bernhard Heidrich eingeladen. Er ist Experte für Raumordnungsfragen im Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems und hat sich bereit erklärt, uns die Prozesse, die zur Genehmigung eines Offshorewindparks führen, zu erläutern.

Job- und Bildungsmesse Zukunftsenergien Nordwest – Deutschland größte Messe für erneuerbare Energien und Energieeffizienz vom 21.3 bis 22.3. in der Weser-Ems-Halle

Ich besuche die jährlich stattfindende Messe schon zum zweiten Mal und war erneut beeindruckt von der Dynamik der Energiebranche. Hochschulen, Fachhochschulen und Unternehmen präsentierten sich und warben um Absolventen. In Gesprächen wurde unser Projekt sehr interessiert kommentiert, es wäre schön, wenn sich ein neuer Unterstützer findet. Schaut doch einmal auf den Webseiten meiner Gesprächspartner vorbei:

 

AG-Treffen vom 14. bis 16. März in der Jugendherberge Bad Zwischenahn

Schülerinnen und Schüler sowie betreuende Lehrkräfte verbrachten gemeinsam ein intensives Arbeitswochenende. Nach gemeinsamem Abendessen mit Teilnehmern und Eltern wurden alle mit den neuesten Entwicklungen und Fakten unser Projekt betreffend vertraut gemacht. Reisevorbereitungen und Sponsorensuche standen ganz oben auf der Liste. Um die thematische Arbeit einzuleiten, sahen sich Eltern, Schüler und Lehrkräfte einen Spielfilm an, der einen Fall der Wahrheitskommission in Südafrika der 90er-Jahre behandelte.

Am Samstag organisierten wir ein Planspiel, das uns zwang die Auswirkungen der Apartheidpolitik intensiv zu durchdenken. Wir stellten mit dem Planspiel die Umsiedlung innerhalb der Stadt Port Elisabeth infolge des Group Areas Acts nach. Historisch gewachsene Wohngebiete in der Innenstadt von PE wurden geräumt und den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen separate Wohngebiete weit außerhalb der Innenstadt zwangsweise zugewiesen. Die sich daraus ableitenden Konflikte offenbarten sich selbst innerhalb der Spielsituation für alle Beteiligten sofort. Nach einer intensiven Literaturarbeit zur Thematik Wahrheitskommission, Straßenkinder und Sicherheit im Alltag klang der Tag mit einem weiteren Spielfilm über eine Jugendgang in den Townships von Johannesburg aus.

Den Sonntagvormittag nutzten wir für eine gründliche Planung der weiteren Aktivitäten bis zu unserer Abreise nach Südafrika.

Um die Leistung unserer neuen Windanlage zu ermitteln, führen wir Langzeitmessungen durch. Zunächst betreiben wir mit der im Akku gespeicherten Energie nur eine normale kleine Glühlampe. Diese 10W-Lampe leuchtet leider nicht ununterbrochen. Mit einem Cassyinterface messen wir Spannung und Stromstärke durch unseren Verbraucher, damit wir abschätzen können, welche sinnvolle Nutzanwendung wir für unser Windrad entwickeln können.

 

Geschafft, ein Mitarbeiter der Firma Hausmann aus Apen hat im Februar 2014 ein Kleinstwindkraftwerk vom Typ Black 300 auf dem Dach der Helene-Lange-Schule installiert. Die AG “Partnerschaft schafft Energie” wird nun die Energieausbeute des Kraftwerkes vermessen und sinnvolle Anwendungen für die gewonnene Energie erarbeiten.